Jede Windung des Bondage, die ich um ihren Körper schlug gehörte sie ein wenig mehr mir. Ich arbeitete mit sorgfalt. Ich mochte es nicht, wenn die Seile ihren Körper verunstallteten. Sie sollten sie verschönern. Obgleich das gar nicht nötig war, denn sie war einfach ein Traum. Mein Traum. Ich wollte sie nicht gefangen nehmen. Viel mehr, war das Bondage, welches ich ihr anlegte ein Akt der Fürsorge. Ich wollte ihr halt geben. Und sie fand ihn. Während ich das Seil an ihrem Körper entlang führte, merkte ich, wie sie mehr und mehr zu fliegen begann. Sie wurde mit jeder Seilwindung ruhiger, trat langsam in eine Welt ein, die nur uns gehörte. Meine Welt.
Als ich fertig war und sie dort kniete. Setzte ich mich, hob die Lautstärke der Musik an und bewunderte, was wir da geschaffen haben. Es war nicht so sehr sie oder das Bondage, welches ich bewunderte. Vielmehr verschlug es mir fast den Athem, beim begreifen der Situation. Sie gab sich mir hin. Völlig wehrlos, weil sie wusste, wer ich bin und was ich für sie empfand. Sie fühlte sich sicher und diese Sicherheit basierte auf einen Grad des Vertrauens, den ich als einzigartiges Geschenk ansah. Ein Geschenk, welches nur für mich und nur für dieses Augenblick geschaffen wurde. Harmonie war der Schlüssel, der uns unsere Synphonie spielen lies. Eine Synphonie, die nur zwei Herzen spielen können, die füreinander geschaffen wurden.
Der Flug, auf den wir beide gingen neigte sich dem Ende zu. Die Musik wurde leiser und verstummte, mit der letzten Windung, die ich von ihrem Körper nahm. Wir legten uns auf den kalten Boden und gaben uns gegenseitig Wärme. Ich hielt sie fest in meinen Armen und jetzt war ich es, der ihr Halt gab und sie war es, die mich dazu befähigte.
interessanter ansatz… mir gefällt vor allem die tatsache, dass musik ausdrücklich erwähnt und ihre wirkung gewürdigt wird. hierzu ein bescheidener hinweis: trotz der griechischen wurzel “syn” (zusammen) heißt es “symphonie” (allenfalls noch “sinfonie”).
C. am 7. April, 2008