Hol’ mir mal ‚ne Flasche Bier, sonst streik ich hier
Wenn von Bondage im Zusammenhang mit dem Zebra die Rede ist, benutzen Menschen, die das Zebra kennen manchmal den Begriff „zebraproof.“ Was mit diesem Begriff gemeint ist, lässt sich am besten an Hand einer kleinen realen Begebenheit verdeutlichen.
Es begab sich, dass das Zebra seine Tigerin damit nervte, dass es unbedingt mal Langzeit-Bondage erleben wolle. Es habe da ganz tolle Phantasien und die müssten unbedingt einmal auf Realitätstauglichkeit getestet werden. Da die Tigerin zwar eine große böse Domme aber gleichzeitig auch eine ihr Zebra liebende Tigerin ist, beschloss sie den Wunsch ihres subbies umzusetzen. Die liebende Tigerin legte ihrem Zebra, das sich weisungsgemäß nackt ausgezogen hatte, daher die abschließbaren ledernen Hand- und Fußfesseln an und versah es mit Cockring und einem angemessen großen Butplug. Anschließend zog sie ihm eine Windel an, die sie – sicher ist sicher – zusätzlich mit Frischhaltefolie und Panzertape abdichtete. Die Handfesseln des Zebras kettete sie ebenfalls mit einem Vorhängeschloss zusammen und an sein Halsband. Zusätzlich umwickelte sie seine Hände noch mit Frischhaltefolie, denn es sollte ja wirklich ausbruchsicher sein. Vor störendem Tageslichteinfluss schützte sie das Zebra noch mit einer Augenmaske, bevor es dann aufs Bett geschubst und fürsorglich zugedeckt wurde. Als sich das Zebra schon fragte, ob die Tigerin seinem Knebelfetisch nicht entgegenkommen würde, teilte sie ihm mit, dass es keinen Knebel gebe, weil sie ihn nun alleine lassen und für ein paar Stunden zu Freunden fahren würde. Dazu ist anzumerken, dass die Tigerin und das Zebra die damit verbundenen Risiken im Sinne von RACK für akzeptabel halten. So war das Zebra zwar auch überrascht, aber nicht sonderlich verängstigt. Jedenfalls verschwand die Tigerin und lies das Zebra in seiner Bondage alleine. Was dann alles im Kopf des Zebras vor sich ging ist Stoff genug für einen eigenen Eintrag zum Thema „Langzeit-Bondage.“ Für diesen Eintrag interessiert nur, dass dem Zebra irgendwann langweilig wurde und ihm einfiel, dass im Kühlschrank noch eine Flasche Bier stand. Also wuselte es sich unter der Decke hervor, hüpfte blind aus dem Schlafzimmer in die Küche, tastete sich zum Kühlschrank vor, öffnete ihn mit den gefesselten Fäusten und der Nase und ertaste die Bierflasche. Selbige besaß zum Glück einen altmodischen Bügelverschluss. So konnte das Zebra die Flasche mit den zu Fäusten gefesselten und mit seinem Halsband verbundenen Händen aus dem Kühlschrank balancieren und dann mit dem Mund öffnen. Nach den durch diese Aktion ausgelösten Anstrengungen, hatte das Zebra natürlich richtig Durst. Es trank die Flasche Bier leer, stellte sie auf den Küchentisch und hüpfte zurück ins Bett. Als die Tigerin nach Hause kam und die leere Flasche fand, war sie doch sehr überrascht, dass das Zebra trotz der vermeintlich ausbruchsicheren Fesselung es geschafft hatte, in die Küche zu gelangen und Bier zu trinken. Spätestens seit diesem Zeitpunkt weiß sie, dass die Anforderungen in Bezug auf Ausbruchsicherheit überdurchschnittlich sind, wenn das Zebra nachhaltig fixiert werden soll. Bondage, die das bewirken soll, muss eben „zebraproof“ sein.
Du hast vergessen zu erzählen, was die Folgen dafür waren.
Tigresse am 24. Juli, 2008