Mit Bondage ist es wie mit so vielen Dingen im Leben. Man kann sich darüber wundern. Man kann die Begeisterung in sich genießen und man kann ewig in Erfurcht erstarren vor dem, was andere tun. Und man kann es lernen. Wie man es lernt, ist wie mit allen Fähigkeiten völlig individuell. Hier möchte ich heute einige Möglichkeiten aufzeigen, die den Lernprozess des Bondage erleichtern können.
Der Bondage-Workshop
Einige Menschen lernen nur durch pures Vormachen, Erklären, Nachmachen und Üben. Wenn du dich in diese Kategorie einsortieren kannst, ist wohl die Möglichkeit eines Bondage-Workshop genau richtig für dich. Hier lernst du von ideeller Weise erfahrenen Riggern, wie man seine Partnerin oder seinen Partner fachgerecht verschnürrt. Der Haken an dieser Sache ist, dass Bondage keine standartisierte Ausbildung ist und du dich in jedem Fall auf das verlassen musst, was der Bondage-”Lehrer” dir beibringt. Es gibt viele gute Lehrmeister für Bondage, aber es gibt genauso viele Deletanten, die meinen Ahnung zu haben, es aber eigentlich nur auf das schnelle Geld abgesehen haben. Informiere dich vorher über die Inhalte und Ziele eines Bondage-Workshop, denn nur so kannst du beurteilen, ob dieser etwas taugt. Geh dabei mit gesundem Menschenverstand vor, denn es ist unrealistisch, dass ein Anfänger in einem einzigen Bondage-Workshop alles erlernt, wozu die wahren Meister des Bondage Jahre gebraucht haben. Folgende Dinge sollten in keinem Anfängerworkshop fehlen:
- Grundkenntnisse der Anatomie beim Bondage
- Materiealkunde (Hanfseil, Juteseil, Manschetten, Handschellen…)
- kleine Knotenkunde (wenn es um Seile geht)
- erste Schritte der Fesselung (im Prinzip des Vormachens und Nachmachens)
Das sind die wesentlichen Inhalte, die man in einem puren Anfänger-Workshop vermitteln kann. Dauern sollte es zwischen 3-4 Stunden, damit wirklich etwas dabei raus kommt.
Der Bondage-Stammtisch
Es haben sich im deutschsprachigem Raum schon einige Stammtische rund um die Kunst der Seile und der Fixierung eingerichtet. Hier kannst du in einen meist kostenlosen und auf Freiwilligkeit basierendem Austausch von Informationen rund um Bondage teilhaben. Der Vorteil eines Stammtisch ist, dass der eigentliche Lernprozess durch dich selber gesteuert werden kann. Du kannst soviel Informationen mit nachhause nehmen, wie du willst und wenn du Fragen zur Fesselung hast, kannst du sie beim nächsten Bondage-Stammtisch einfach nochmal stellen. Der Hacken bei dieser Möglichkeit ist, dass du die Informationen selber sortieren musst und nicht jede Information, die du auf einem Stammtisch bekommst, auch richtig oder zweckmäßig ist. Was man bei einem sozialem Netzwerk wie einem Stammtisch noch sagen muss, ist dass der Informationsfluss stark von der eigenen Bereitschaft abhängt, selber Informationen preiszugeben. Getreu dem Prinzip “Wer gibt, dem wird gegeben” solltest du an einem Austausch von Wissen interessiert sein und nicht der Wissenspiraterie fröhnen.
Hier ist eine Liste mit Bondage-Stammtischen. Schau mal rein, vielleicht ist ja was in deiner Nähe dabei.
Autodidakt - Der harte Weg um Bondage zu lernen
Ich hab das Fesseln nie so richtig gelernt. Zumindest habe ich keinen Stammtisch dafür besucht oder an einem Workshop teilgenommen. Ich bin beim erlernen von Bondage genauso vorgegangen, wie bei meiner Fotografie, denn ich habe festgestellt, dass ich am besten lerne, wenn ich mir die Dinge selber aneigne. Helfen können dabei Bücher über Bondage oder Zeitschriften. Aber auch die hab ich nicht gelesen, weil das Wissen aus Büchern meist nur sehr kurzfristig bei mir hält. Ich bin ein Mensch, der durch Erfahrung lernt. Dinge ausprobieren und selber feststellen, was geht und was nicht. Natürlich stehe auch ich in Kontakt mit anderen Menschen, die sich mit diesem Thema beschäftigen, aber grundsätzlich zeigen lassen kann ich mir nur wenig. Learning by doing heisst meine Divise und wenn es dir auch so geht, dann ist das ja vielleicht auch dein Weg, Bondage zu erlernen.
Also allein mittels ‘learnung by doing” wär ich nie auch nur drauf gekommen, wie man mal was so verknotet, dass es sich später dann nicht enger zieht - was ja für Bondage sehr wesentlich ist!
Claudia am 21. November, 2008