Ich habe mich mal gefragt, was für mich der spannenste und wichtigste Moment an einer Bondage oder Shibari-Session ist. Dabei bin ich eindeutig darauf gestoßen, dass es die erste Windung des Seils um den Körper eines anderen Menschen ist. Dieser erste Moment, wenn ich anfange, eine Oberkörper-Bondage zu schaffen. Ich führe langsam die Hände nach hinten. Der Griff sitzt fest und die ersten Emotionen fließen zwischen den Partnern wie elektrische Energie. Ich spüre, wie sich der erste Schweiss in den Händen meiner Partnerin oder meines Partners bildet. Ich fühle das leichte unterschwellige Zittern und Pochen voller Spannung durch die Hände. Ich lege das Seil herum und beginne, meinen Knoten zu binden. Ein Knoten, der das halten soll, was ich durch meine ruhige Art und Weise verspreche.
Dann kommt der erste enge Kontakt zwischen Ihr oder Ihm und mir. Es ist der erste wirklich enge Austausch von Nähe, wenn ich Sie oder Ihn ganz nach an mich heran ziehe, festhalte und mit meinen Händen diese erste Windung um den Oberkörper lege. Dieser Moment, wo man sich nicht in die Augen schauen kann, aber trotzdem weiss, dass man sich vertrauen kann. Dieses erste aufeinander Einlassen. Das erste mal in der Session, wo ich halt geben kann. Wo sie oder er sich fallen lassen kann. Dieser Moment ist es, der in mir die meisten Gefühle auslöst. Mir das Gefühl gibt, Kontrolle zu haben. Mit die Chance gibt, Vertrauen durch Nähe und Fürsorge zu bestätigen.
Auf dem Bild sieht man einen solchen Moment. Flammenkuss und Romualdo, das berliner Shibari-Duo “Proud Flesh” zeigten ihn mir im Sommer diesen Jahres. Eine schöne Erinnerung, derer ich mich in den momentan doch eher kalten Zeiten gerne entsinne. Auch dieses Bild ist als Poster in meinem Poster-Shop in verschiedenen Größen erhältlich:
Mein Tip für den Anfang: Zieh sie ganz nah zu dir heran und zeig ihr, dass ihr Vertrauen nicht enttäuscht werden wird.


