Die Musik wird stiller um dich und deinem Bondage-Partner. Die Seile werden langsam gelöst. Windung um Windung wirst du ausgepackt und du fühlst dich, als wirst du gerade neu geboren. Die Nähe deines Partners fängt dich auf und genau das ist es, was du jetzt brauchst. Unendliche Nähe, Zuneigung. Das Gefühl, auch nach der Bondage fest an einen Menschen gebunden zu sein.
Wenn zwei Partner etwas wie Bondage oder Shibari praktizieren. Solch intensive Momente miteinander verbringen, so kann es dazu führen, dass man sich auch nach der Bondage für eine sehr lange Zeit an seinen Partner gebunden fühlt. Kurz danach fühlt man sich etwas benommen. Die Beine fühlen sich an wie Wackelpudding und das Herz pocht noch immer bis zum Hals. Das geht vorbei. Was bleibt, ist die Erinnerung an das, was gewesen ist und die typisch menschliche Sehnsucht, es wieder erleben zu dürfen.
Dieser Verantwortung sollte man sich als aktiver Fessler (Rigger) bewußt sein und damit umzugehen wissen. Das Fesseln zu zweit ist keine vorübergehende Sache und gerade auf Anfänger kann es sehr intensive seelische Narben im positiven Sinne hinterlassen. Damit diese Erlebnisse auch zukünftig positiv wahrgenommen werden können, liegt es am Rigger, sich im Nachhinein intensiv dem eventuell gegebenen Gesprächsbedarf zu stellen. Als Rigger sollte man sich bewußt sein, dass auch lange nach der Fesselerfahrung noch Feedback und Reflektion vom Bottom kommen kann. Dies sollte als Chance wahrgenommen werden, die fesselnden Momente nochmals Revue passieren zu lassen. Zu erfahren, wie bestimmte Sachen wirken, kann auch für den Rigger nützlich und zuletzt auch für dich als Menschen interessant sein.


