Da ich hier auf dem Blog auch gerne mal den einen oder anderen Rigger, Veranstallter oder Künstler vorstelle, so möchte ich euch heute mal jemanden aus dem Raum Frankfurt am Main vorstellen. Xanoo habe ich während des Besuches in FFM persönlich kennenlernen dürfen. Er ist ein symphatischer Zeitgenosse und Kreativität liegt ihm wohl im Blute. Ich habe ihn gebeten, sich selbst doch mal ein wenig vorzustellen. Lest hier, was er über sich zu schreiben hat:
Als Rheinländer an der Schnittstelle von Rhein und Mosel 1966 geboren sollte man nicht gerade denken das man japanische Fesselkunst in die Wiege gelegt bekommt. Bis ich dazu kam dauerte es etwas länger.
Seit den späten 80er Jahren beschäftigte ich mich am Rande mit BDSM. Viel größere Aufmerksamkeit erforderte damals meine Karriere als Musiker. Nicht so, wie sich das die meisten vielleicht vorstellen, also chartorientiert. Nein, sondern als Lifemusiker (Studium für Jazz- und Popularmusik) der mit Swing, Latin und Bossa als Sänger, Gitarrist und Bandleader mit einer “Anzugsband” mit Kontrabass in VIP Lounges, auf Pressebällen, in Hotels, auf Messen und Kongressen den musikalischen Rahmen bildete. Das waren noch Zeiten in denen man bis zu 3 Jobs am Tag! in Frankfurt und Umgebung machen konnte wie die Kollegen in New York zu den besten Zeiten dort. Vorausgesetzt man war musikalisch fit. Hier wie da sind die Jobs in diesem Bereich seit langem Rückläufig und ich bin froh das noch erlebt haben zu dürfen.
Nachdem ich mich auf das Unterrichten und Coachen im Bereich Gesang, Sprechstimme und Performance konzentriert habe und Weiterbildungen bei namhaften Vocalcoaches aus USA besucht hatte, habe ich mich aus dem Bereich der Schlipsträger, Promis und Schicki Mickys der sogenannten Galaszene wieder in eine subkulturellere Nische begeben. Jetzt hatte ich Zeit dafür. So was hatte ich lange vermisst. Ich dachte schon so was gibt es nicht mehr in Frankfurt wo alles doch irgendwie verdammt glatt geworden ist.
Meine damalige Freundin (90er Jahre), zur der Zeit als ich noch viel in Hotels zuhause war , machte Stripshows in Diskotheken und war ganz scharf darauf gefesselt werden. Nee, damit konnte ich erst mal nix anfangen. Wer bedient mich denn dann? O.K., aber seitdem habe ich mich dem Thema mit Seilen, Büchern und Videos mehr und mehr genähert und mehr und mehr Gefallen an der ästhetischen und nicht nur der SM Seite von Bondage gefunden. Um nicht zu sagen, das Thema hat mich gefesselt. Und ich liebe Asien und asiatisches, ich liebe wehrlose Frauen und ich bin ein Voyeur.
Anfang 2007 machte ich dann den Schritt als Teilnehmer zu meinem ersten Workshop in Sachen Bondage. Ich peilte schon seit Jahren immer nach Berlin und Hamburg wo man so was machen konnte, aber in Frankfurt gab es das so nicht. Ende 2007 kam dann der Plan auf in Frankfurt den Bondage Stammtisch Knotenpunkt zu begründen. Die freundliche Aufnahme in einem Zirkel einer Internetcommunity in der wohl die meisten der bekannten Bondager in Deutschland vertreten sind (JaRoBo) brachte mir ein paar Kontakte und Hintergründe. Die unvergleichbare Interaktiv und Paula L wurden meine Helfer und los ging’s. Ich lud Matthias Grimme (Hamburg) und dann Enji Rayd (Berlin) als Workshopleiter ein und wir hatten hier mal zumindest ein Basis.Nachdem ich wenig später eine Woche in Berlin mit der Japan Bondage Ikone Osada Steve einen 30 Stunden Knotenmaraton durchlaufen durfte begann ich mich selbst auch als Workshopleiter in die Szene einzubringen. Meine erste Photosession mit dem Fotografen Principal im April 2009 war für mich persönlich gleich ein voller Erfolg. Ich habe auch gesehen, dass ich noch vieles lernen muss. Doch der Weg ist das Ziel. Wer angekommen ist, ist stehengeblieben. Etwas zu produzieren gefällt mir sehr gut. Performt habe ich in anderen Bereichen in meinem Leben genug, zum Produzieren war nie Zeit. Deshalb wird man mich sicher nur selten performen sehen wie man eine Shibari Performance gewohnt ist, also mit Suspension (Hängebondage) u.s.w.. Ich würde das was ich mache im Moment eher Vorführung nennen wollen wenn es dann öffentlich wäre. Mein Auge will befriedigt werden mit schönen und/oder bizarren Bildern. Der Reiz von Frauenkörpern die stilvoll und erotisch gefesselt sind. Das ist es für mich. Deshalb suche ich auch weiterhin Kontakte zu Modellen, Fotografen, oder wer sonst Interesse an Aktivitäten im Zusammenhang mit meiner asiatischer Fesselkunst hat. Ich freue mich auch besonders das es geklappt hat Dan von den Two Knotty Boys aus San Franciso am 7. Juni 2009 nach Frankfurt einzuladen. Eine weitere Inspiration die ich mir und der BDSM Szene der Region gönnen werde. Solange das Interesse da ist werde ich auch weiterhin bekannte Bondagekünstler als Workshopleiter in die Region einladen.
Einem der interessantesten deutschen Bondagekünstler, Zamil aus Berlin habe ich für einen zukünftigen Termin ebenfalls schon zugeblinzelt. Wichtige Location und Partner ist hier die Grande Opera in Offenbach in der Nachbarschaft zu Frankfurt am Main in der man mich beim Bondage Stammtisch Knotenpunkt immer am letzten Sonntag im Monat oder bei einen von mir gegebenen Workshop finden kann. Infos hierzu kann man immer aktuell meiner Webseite zu entnehmen. Und wer noch keine Seile hat, kann sich auch hiermit dort ebenso von mir versorgen lassen.
Frankfurt am Main, April 2009
Xanoo
Wer mehr über Xanoo wissen will oder Informationen über seine Seilkunst oder seinen Seilvertrieb haben möchte, kann sich auf seiner Website informieren!



